Tagung des Integralen Forums in Berlin am 18.-20. Juni 2010
Die diesjährige Tagung stand unter dem Motto "Aufklärung
und Erleuchtung - Wissen und Weisheit für eine nachhaltige
Welt", und war mit einigen namhaften Menschen aus der deutschsprachigen
und nordamerikanischen integralen Szene als Referenten besetzt.
Besonders zwei Vertreter aus der USA haben mit ihren Vorträgen
und Workshops diese Tagung geprägt. Diane Hamilton, eine Zen-Lehrerin
und Schülerin von Ghenpo Roshi, die auch den von ihm entwickelten
Big Mind Prozess in verschiedenen Kontexten verwendet. Diane
ist seit der Gründung des Integral Institutes in Denver im
ständigen Dialog mit Ken Wilber und vertritt auch dessen Ideen
in seinem Namen mit grosser Ehrfurcht und tiefem Wissen. Rabbi
Marc Gafni, ein Vertreter der Kabbalah und ebenfalls in langjährigem
Austausch mit Ken Wilber, ist gemeinsam mit Diane auch Initiator
der weltweiten Online-Community iEvolve und des seit vorigem
Jahr jährlich zu Neujahr stattfindenden Integral Spiritual
Experience. Marc hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Ken
Wilber das Konzept des "Unique Self" (Einzigartiges Selbst)
weiter entwickelt und bringt dieses in seinen Vorträgen lebhaft
und mit Begeisterung zum Ausdruck.
Aufklärung und Erleuchtung
Das Thema der Tagung "Aufklärung und Erleuchtung" bezog sich
auf den westlichen, eher psychologischen Weg von Erleuchtung
und den östlichen oder mystischen, der eher philosophisch
zu betrachten ist. Beide haben in der Integralen Theorie ihre
Berechtigung und sind grundlegend für die menschliche Entwicklung
und die Evolution des Bewusstseins. Aufklärung ist dabei die
vertikale Entwicklung durch die Ebenen oder Bewusstsseinsstrukturen
(siehe z.B. Spiral Dynamics, Selbst-Entwicklung nach Cook-Greuter),
oder das Erwachsenwerden, wie Ken Wilber es in letzter Zeit
auch immer wieder nennt. Wogegen der traditionelle Begriff
der Erleuchtung eine horizontale Entwicklung durch die Zustände
beschreibt, oder das Erwachen. Zustände vom grobstofflichen
über den kausalen zum Non-Dualen, dem Wahren Selbst, dem ungeborenen,
unendlichen. Um dies zu erfahren braucht es entweder viele
Jahre der Meditationspraxis oder einen Abend mit einem geschulten
Lehrer des Big Mind Prozesses. Zustände sind im Gegensatz
zu den vertikalen Strukturen jedoch vergänglich und im ständigen
Wechsel, auch bei geübten Praktizierenden.
Einzigartiges Selbst = Wahres Selbst + Perspektive
Wer einmal diesen non-dualen Zustand erfahren hat, der tut
sich einfacher, das Einzigartige Selbst vom egozentrischen
getrennten Selbst zu unterscheiden. Wo es kein Ich und Du
mehr gibt, da gibt es nur mehr Liebe und die Verpflichtung
sich zum Wohle der Menschheit und der Welt einzusetzen. Das
Einzigartige Selbst ist die Einheit vom Wahren Selbst mit
der Perspektive die ich auf die Welt habe. Die Perspektive,
die durch die Kultur in die ich geboren wurde, durch die Erziehung
meiner Eltern, durch die Bildung in der Schule und andere
Einflüsse konditioniert wurde. Wahres Selbst plus die Perspektive
ergeben den individuellen Ausdruck Gottes der wir alle sind.
Jeder bringt sein individuelles Potential als Geschenk in
die Welt. Dieses einzigartige Geschenk in uns zu entdecken
sollte uns ein wichtiges Anliegen sein.
Wertvolle Erfahrungen in den Workshops.
Weitere Referenten bei der Tagung in Berlin waren unter anderem
der spirituelle Lehrer Thomas Hübl, der über Innere Wissenschaft
sprach, sowie aus der USA John Dupuy zum Thema Integrale Suchtgenesung
und Michael Zimmermann mit einem hervorragenden Beitrag zu
Integraler Ökologie. Zu diesem Thema sprach auch Anne Caspari,
die seit vielen Jahren auf dem Gebiet forscht. In den Workshops
gab es weiters Themen wie z.B. "Weibliches Integrales Bewusstseinsfeld",
"das 2. Gesicht Gottes", "Schatten" und "Aufstellung und Big
Mind im Big Business".
Zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass es eine einzigartige
Erfahrung war, die ich in Berlin mit etwa 200 anderen Teilnehmern
teilen durfte. Nicht nur durch die Workshops, sondern sicher
auch durch die zahlreichen persönlichen Begegnungen mit anderen
inspirierten und motivierten Integralisten aus Deutschland,
Österreich, der Schweiz, Holland, Ungarn und sogar aus Spanien.
Für das nächste Mal kann ich jedem empfehlen den Weg auf sich
zu nehmen und zur Tagung des Integralen Forums in Deutschland
zu reisen. Ich bin sicher wieder dabei.
Bericht von Heinz Robert, Zürich.
Mehr Informationen in der internen
Zone (für Mitglieder)
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Bilder der Tagung in Berlin von Mathias Weitbrecht. |
HOLON Vernetzungswanderung
vom 28.6.2010
organisiert von Talent Schweiz
Etwa 30 Mitglieder verschiedener Organisationen mit sozialer,
ökologischer oder spiritueller Ausrichtung treffen sich am
28. Juni 2010 bei prächtigem Wetter zur Wanderung vom Muotathal
zur Ibergeregg. Als erstes führt unser Weg zum Biohof Enzenen
von Peter Ulrich und Sabrina Badertscher. Auf dem Hof werden
Bioschafe gehalten. Ein Rundgang von etwa 1 1/2 Stunden gibt
uns spannende Einblicke in die Arbeit eines Bergbauern. Der
Einladung zur Degustation von Schafkäse aus der hofeigenen
Käserei, Dinkelbrot und selbstgepresstem Süssmost folgen wir
gern. Käse, Brot und Süssmost schmecken köstlich.
Es sind zwei Wandergruppen vorgesehen: eine für 'gute' und
eine für 'gemütliche' Wanderer. Der Weg der ersten Gruppe
wird steil in die Höhe führen. 1000 Höhenmeter sind zu überwinden
bis zur Alp Nielenstock über die Sternenegg und weiter zur
Ibergeregg (1430m). Ich schliesse mich der zweiten Gruppe
an. Nach dem Abstieg über eine steile Treppe, führt unser
Weg oberhalb der Muota nach Ried, von da mit der Seilbahn
nach Ilgau und weiter bis nach St. Karl auf dem Vorder Oberberg
(1160m). Von St. Karl geht es über saftige Weiden zur Alp
Ober Altberg und weiter zur Ibergeregg. Die Aussicht ist wunderbar.
Ich bleibe immer mal wieder stehen um einfach zu schauen und
zu staunen über die strahlende Schönheit der Berglandschaft
rund um mich. Später als geplant treffen beide Gruppen auf
der Ibergeregg ein. Weil die Zeit etwas knapp geworden ist,
fahren wir mit dem Postauto nach Oberiberg. Hier verabschiede
ich mich von jenen, die noch die Führung bei Heidi und Marco
Lustenberger durch Haus und selbst angelegtem Biotop geniessen
wollen. Müde, verschwitzt und zufrieden reise ich zusammen
mit einigen anderen weiter Richtung Zürich.
Herzliche Begegnungen haben stattgefunden. In angeregte Gespräche
vertieft oder auch schweigend sind wir allein, zu zweit, in
einer kleineren oder grösseren Gruppe den Weg gegangen.
Bericht von Anne Margreth Schoch
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